Textlabor #2

Keine Lust auf
Sternchen

Uli P. fiel beim Schreiben eines Blogposts auf, dass sie beim Schreiben über Stress im Straßenverkehr plötzlich ein Genderproblem hatte. Es ging um den Satz:

“An der Kreuzung staut sich der Autoverkehr, Radfahrer fädeln sich durch die Lücken. Alle paar Minuten schiebt sich ein BVG-Doppeldecker durch die enge Straße.”

Wie kann ich ein Wort wie Radfahrer gendern? Ich bin keine große Freundin des Gendersternchens und an das Wort Radfahrende müsste ich mich erst gewöhnen. Radfahrerinnen und Radfahrer finde ich zu behäbig. Gibt es eine bessere Idee?

In Ihrem Blog können Sie schreiben wie Sie wollen. Sie müssen keinerlei Regeln einhalten, wie sie vielleicht eine Redaktion für den geschlechtergerechten Sprachgebrauch beschlossen hat. Und Sie suchen, wie es scheint, eine möglichst elegante Lösung. Wie wäre diese:

Sie könnten beschreiben, was Sie gesehen haben, im Blog ist dafür Platz. Vielleicht gab es einen Vater, der sich mit seinen Kindern im Lastenfahrrad durch den dichten Verkehr gekämpft hat, oder eine Fahrradkurierin, die es eilig hatte, oder eine trödelige Touri-Gruppe auf Fahrrädern. All das trägt dazu bei, die Verkehrssituation greifbarer zu machen und die Hektik spürbar werden zu lassen. Und Sie zeichnen sprachlich ein Bild, das Geschlechtsrollenstereotype widerlegt.

Hat Ihnen das geholfen?
Gruß vom Team Genderleicht.

Mitten im Sprachwandel ist beim geschlechtergerechten Schreiben und Sprechen vieles noch offen. Das Team Genderleicht recherchiert fachlichen Rat und orientiert sich bei seinen Anregungen und Empfehlungen am allgemeinen Sprachgefühl.

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