Wissen

Wollen Sie mehr wissen und sich zum Thema geschlechtergerechte Sprache schlau machen? Hier finden Sie jede Menge Informationen. Wir haben die besten Quellen für Sie zusammengestellt.

Studien
„Aus Gründen der Verständlichkeit …“: Der Einfluss generisch maskuliner und alternativer Personenbezeichnungen auf die kognitive Verarbeitung von Texten

von Friederike Braun, Susanne Oelkers, Karin Rogalski, Janine Bosak und Sabine Sczesny in Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie

Grundlegende Studie zur Verständlichkeit geschlechtergerechter Sprache von 2007. Die Packungsbeilage eines Medikaments wurde auf dreierlei Art getextet. Die Teilnehmerinnen fanden alle drei Varianten gleich gut verständlich, die männlichen Teilnehmer verstanden die Inhalte ebenfalls gleichermaßen gut. Allerdings gefiel ihnen die generisch maskuline Textversion besser.

Studie Verständlichkeit (PDF)

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Yes I can! Effects of gender fair job descriptions on children’s perceptions of job status, job difficulty, and vocational self-efficacy.

von Dries Verwecken und Bettina Hannover in Social Psychology

Kinder trauen sich einen typisch männlichen Beruf eher zu, wenn ihnen dieser Beruf sowohl in der männlichen als auch in der weiblichen Form dargestellt wird, Bsp.: Ingenieur und Ingenieurin. Dieser Test mit 591 Kindern zwischen 8 und 12 Jahren in deutschen und belgischen Schulen im Jahr 2015 gilt als Nachweis, dass das generische Maskulinum nicht geschlechtsneutral verstanden wird.

Studie Generisches Maskulinum

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Audiovisuelle Diversität? Geschlechterdarstellungen in Film und Fernsehen in Deutschland.

Von Elisabeth Prommer + Christine Linke, Institut für Medienforschung, Universität Rostock.

Männer erklären die Welt, Frauen sind unterpräsentiert. Das ist der Kern der bislang umfassendsten Studie zur Geschlechtervielfalt in Film und TV, initiiert von Maria Furtwängler und ihrer MaLisa-Stiftung .

Audiovisuelle Diversität

Bücher
Duden: Richtig gendern. Wie Sie angemessen und verständlich schreiben.

Von Gabriele Diewald und Anja Steinhauer, herausgeben von der Dudenredaktion.

Sprachwissenschaftlich fundierte Argumente für gendergerechte Sprache aus dem Duden Verlag. Das Buch bezieht Stellung zu den drängendsten Fragen der Debatte.

Rezension: Duden – Richtig gendern

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Das Märchen von der Gender-Verschwörung. Argumente für eine geschlechtergerechte und vielfältige Gesellschaft.

von Dorothee Beck und Barbara Stiegler, hrsg. von der Friedrich-Ebert-Stiftung

Gender-Ideologie, Gender-Gaga, Gender-Wahn: Die Autorinnen entkräften die oft polemische Rhetorik von Menschen, für die Geschlechtergerechtigkeit nicht selbstverständlich ist. Dafür setzen sie sich fundiert mit deren Argumenten auseinander.

Märchen von der Genderverschwörung

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Eine Frage der Moral – warum wir politisch korrekte Sprache brauchen

von Anatol Stefanowitsch

Über „Gendersprache“ regen sich mehr Leute auf als über unverständliches Verwaltungsdeutsch. Sprachwissenschaftler Prof. Dr. Anatol Stefanowitsch hat als unermüdlicher Befürworter des geschlechtergerechten Sprachgebrauchs viel Gegenwehr einstecken müssen. In seinem Buch analysiert er die aufgeheizte Debatte.

Rezension: Eine Frage der Moral

Artikel
“Unsere Grammatik bevorzugt Männer”. Interview mit Luise F. Pusch

von Leonie Kapfer und Lea Susemichel, in: an.schläge – das feministische Magazin

Luise F. Pusch gilt als Begründerin der feministischen Linguistik in Deutschland, gemeinsam mit Senta Trömel-Plötz. Seit mehr als 30 Jahren erklärt sie, warum eine Sprache, die dem Maskulinum immer Vorrang vor dem Femininum gibt, sexistisch ist.

Grammatik bevorzugt Männer

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Stars und Sternchen – Einfach an jedes gegenderte Wort ein * klatschen und alle sind mitgedacht? So einfach ist es leider nicht.

von Hengameh Yaghoobifarah

Die Missy-Redakteurin ermöglicht einen tiefen Einblick in die Diskussionen zum Gendersternchen in ihrer Community. Hengameh Yaghoobifarah versteht sich als non-binär und formuliert eine klare Haltung: Bitte erst einmal nachdenken und lieber konkret über die Angesprochen schreiben, als gedankenverloren ein Sternchen zu setzen.

Stars und Sternchen

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Sprache – ES HEISST STU- DENTEN! -DIERENDE!

von Anna-Lena Scholz und Thomas Kerstan

Über das Redigieren des Wortes Studierende entstand zwischen der freien Autorin Anna-Lena Scholz und dem Zeit-Redakteur Thomas Kerstan ein feuriger Disput. Diese Emails haben sie veröffentlicht. Mutig, ärgerlich, amüsant, lehrreich – alles in einem. Ein Klassiker aus dem Jahr 2016.

Lehrstück Sprache

Blogposts
Die Ablehnung von “Gendersprache” – medial produziert.

Von Henning Lobin im Blog Engelbart-Galaxis des Scilogs-spektrum.

Der Direktor des Instituts für Deutsche Sprache deckt auf, wie eine kleine Gruppe intellektueller Meinungsführer den Widerstand gegen sprachliche Gleichstellung organisiert, und wie dies in der Berichterstattung zu wenig hinterfragt wird. Unsere Empfehlung für Fortgeschrittene.

Ablehnung von “Gendersprache”

Formuliertipps für Medien
Tipps für Medien

von leidmedien.de

Klischeefreie Berichterstattung über Menschen mit Behinderung ist das Ziel von leidmedien.de. Seit dem Start 2012 erhalten Medienschaffende Tipps zum Schreiben und Interviewführen auf Augenhöhe. Es gibt Fortbildungsangebote und eine Bilddatenbank.

Leidmedien-Schreibtipps

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Neue Begriffe für die Einwanderungsgesellschaft

Glossar der Neuen Deutschen Medienmacher

Im Themenbereich der Migration geben die Neuen Deutschen Medienmacher für die Berichterstattung Formulierungshilfen. Die Empfehlungen ihres Glossars verstehen sie als Beitrag zur laufenden Debatte. Versachlichend und erhellend.

Glossar NDW

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Trans* in den Medien – Informationen für Journalist_innen

von Transinterqueer e.V.

Kompetent und klischeefrei über trans*Menschen und trans*Themen zu berichten – diese Broschüre zum Download gibt wertvolle Hinweise. Allzu oft gehen selbst gutmeinende Berichte an der Lebensrealität vorbei, werden Wörter falsch eingesetzt, beklagt der Verein Transinterqueer. Leseempfehlung.

Trans* in den Medien

Podcasts
Für und wider Gendersprache – Anne Wizorek und Hannah Luehmann

Gespräch bei WDR 3, Kultur am Mittag, Moderation: Sascha Ziehn

Ist „Gendern“ nur ein ideologisches Konzept, oder verändert Sprache tatsächlich Wirklichkeit? Die Autorin und feministische Aktivistin Anne Wizorek debattiert mit der Philosophin und Feuilleton-Redakteurin „Die Welt“ Hannah Luehmann. Im Dudenverlag ist ein Streitgespräch der beiden zum gleichen Thema als Buch erschienen.

Für und wieder Gendersprache, Länge: 13:50 Min.

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Gendern im Rundfunk – geht das? Fachjournalist-Podcast.

Frederike Schwabel, Journalistin, im Gespräch mit Andrea Ernst, ehemalige Vorsitzende des Journalistinnenbunds.

Umfassender Blick auf Gendersensibilität im Bereich von Rundfunk und Fernsehen. Von der journalistischen Ausbildung, über die Recherche bis hin zur Sprache: Geschlechtergerechtigkeit ist keine Frage von Goodwill sondern von Qualität.

Gendern im Rundfunk, Länge: 11:56 Min.

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Podcast #14 –Gendergerechte Sprache

Zwei Kommunikationsexperten im Gespräch

Muriel Aichberger gibt Schulungen in gendergerechter Sprache, Präsentationscoach Markus Tirok stellt ihm interessierte Fragen. „Ein richtig oder falsch gibt es nicht“, so Medienwissenschaftler Aichberger, der für eine entspannte Haltung beim Aufreger Gendersprache plädiert.

Podcast #14 Länge: 1:00:13

Sprachleitfäden
Leitfaden für geschlechtersensible Sprache

von Koordinationsbüro für Frauenförderung und Gleichstellung, Technische Universität Berlin

Konzentrierter Leitfaden ohne Details für jede Grammatikfrage. Stattdessen enthält die bebilderte Broschüre zum Download zusätzliche Hinweise für Gendern auf Englisch und für die schriftliche Kommunikation im Büro. Beachtlich sind die Tipps für die Vermeidung stereotyper Bilddarstellung. Überzeugend.

Leitfaden TU Berlin (PDF)

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Leitfaden gendergerechte Sprache

von Lars Koch, Professur für Medienwissenschaft und Neuere Deutsche Literatur an der Technischen Universität Dresden.

Kurze und sehr gut nachvollziehbare Anleitung für geschlechtergerechtes Schreiben von einem Sprachwissenschaftler. Lars Koch sagt: „Das Mitmeinen ist ein klassisches Problem im Deutschen.“

Leitfaden TU Dresden (PDF)

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ÜberzeuGENDERe Sprache – Leitfaden für eine geschlechtersensible und inklusive Sprache.

Herausgegeben von der Gleichstellungsbeauftragten der Universität zu Köln.

Umfassend informierendes Dokument, das viele Fragen beantworten kann. Mit einem guten und ansprechenden Aufbau, lehrreichen Informationen und schlüssigen Argumenten. Unsere Empfehlung für Fortgeschrittene.

Überzeugendere Sprache

Webseiten
Geschickt Gendern – Das Genderwörterbuch

von Johanna Usinger

Das einzigartige Genderwörterbuch: Johanna Usinger schlägt darin alternative gendergerechte Begriffe vor. Mithilfe von Einsendungen ist die ursprüngliche Sammlung von 150 auf 700 angewachsen. Hilfreich und anregend, auch ihr Blog zum Thema.

Genderwörterbuch

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Gend-o-mat – eine Annäherung an den gendersensiblen Sprachgebrauch

von Ricarda Löser und Melanie Eichler, Gleichstellungsbüro der Bauhaus-Universität Weimar

Interaktive Erlebnisfläche zum besseren Verständnis von gendergerechter Sprache. Amüsant und leichtgewichtig konzipiert, getextet und gestaltet, passt der Gend-o-mat zum künstlerischen Anspruch der Bauhaus-Universität.

Gend-o-mat

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ComicZine: Xier packt xiesen Koffer.

Gezeichnet von Anne Heger und auf ihrem Blog veröffentlicht, auch als gedrucktes Heftchen mit 28 Seiten zu kaufen.

Die Comiczeichnerin Anna Heger macht sich Gedanken, ob es möglich ist ohne der, die, das zu sprechen. Denn wenn eine Person sich weder als Frau noch als Mann begreift, fehlt im Deutschen ein geschlechtsneutrales Wort, um von ihr zu erzählen.

ComicZine

Videos
#4 Geschlechtergerechte Sprache – Erklärvideo in Legetechnik.

von FUMA, Fachstelle Gender & Diversität in NRW

Sprache verändert unsere Wahrnehmung, sie sollte die Vielfalt unserer Realität wiedergeben.“ Dieser liebevoll gezeichnete Videoclip zeigt anhand lebensnaher Beispiele, warum eine geschlechtergerechte Sprache auch im Alltag sinnvoll ist.

#4 Geschlechtergerechte Sprache

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Sichtbar sein – Musikvideo

von Pinkstinks

„Wie wir reden, macht Frauen total unsichtbar“ – Sängerin Jamie Watson hat in einer Schulklasse mit Dreizehnjährigen gedreht: gesungene Argumente für gendergerechte Sprache zu fetziger Hip Hop-Musik. Geht in die Beine und in den Kopf.

Sichtbar sein

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Feminismus von Mann zu Mann: #Gendern

von Moritz Neumeier, im Funkchannel auf YouTube

Stand-Up-Comedian Moritz Neumeier lässt sich übers Gendern als Übungssache aus und dass sich die Kerle nicht so darüber aufregen sollen. Sein kleiner Sohn jedenfalls will Feuerwehrmann werden oder Tierärztin. Cool.

Von Mann zu Mann: #Gendern

Gendertipps andere Berufe
Viele Facetten – Gender- & diversityfreundliche Medien gestalten

von Büro für nachhaltige Kompetenz

Umfassender Ratgeber für diskriminierungsfreie Kommunikationsmaterialien im Umfeld von Technik- und Ingenieurwissenschaften. Wertvolle Tipps für die Gestaltung von Texten wie auch Bildern in Broschüren, Flyern u.ä.

Für Technik- und Ingenieurwissenschaften

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Elegant gendern in der Ansprache – Nur mitmeinen reicht nicht

von Eva Engelken in der Legal Tribune Online

Richter(in), Anwalt (m/w), Mitarbeiter/innen: Es gibt elegantere Wege, um beide Geschlechter anzusprechen, meint Eva Engelken. Die Volljuristin, Wirtschaftsjournalistin und PR-Beraterin hat für Anwaltskanzleien die wichtigsten Regeln des Genderns zusammengefasst.

Für Anwaltskanzleien

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Die Dritte Option und ihre Umsetzung in Unternehmen

von der Stiftung „PrOUTatWork“

Seit der höchstrichterlichen Rechtsprechung zum Personenstandseintrag für Intersexuelle gibt es in der Arbeitswelt Handlungsbedarf, von der gendersensiblen Formulierung der Stellenausschreibung über Ansprache im Team und in der geschäftlichen Kommunikation bis hin zur Toiletteneinrichtung. Ausgesprochen informativ.

Dritte Option im Unternehmen