In einer gutsortierten Bibliothek müssen Sie bestimmt auch mal bei der Auskunft fragen:

„Wo ist denn eigentlich …?“

Das geht User*innen von Genderleicht genauso, nur sitzt hier niemand am Informationsstand. Wir hoffen, diese Liste wichtiger Fragen und Antworten hilft Ihnen beim Einstieg in unser Genderportal.

Gibt es Regeln für den Genderstern?

Bisher gibt es keine anerkannten Regeln. Genderzeichen sind rechtschreibwidrig, sagt der Rat für deutsche Rechtschreibung. Aber alle dürfen sie benutzen, Gendern ist nicht verboten. Und so bilden sich nach und nach recht brauchbare Methoden zum Gendern mit Genderstern & Co. heraus. Wir haben sie aufgeschrieben.

Wie geht denn nun das Gendern?

Beim Gendern geht es um Geschlechtergerechtigkeit in der Sprache. Wir empfehlen Ihnen die Methode Genderleicht: Ein einfaches Mittel ist, möglichst geschlechtsneutral zu schreiben. Mit der Beidnennung machen Sie Frauen und Männer in Ihrem Text sichtbar. Wenn Sie den Genderstern verwenden, sind bei der Personenbeschreibung Menschen aller Geschlechter genannt. Wir haben auch Schreibtipps zum Download für Sie und möchten Sie zu einer neuen Schreibroutine anregen.

Ein Wort mit Genderstern aussprechen, wie geht das?

Steht ein Genderzeichen mitten im Wort, wird an dieser Stelle eine minikurze Pause gemacht, vergleichbar der Aussprache im Wort „beieinander“ oder „Theater“. Dieser Stopp zwischen den Vokalen wird Glottisschlag genannt. So können Sie Wörter mit Genderstern, Gender-Doppelpunkt, Gendergap oder auch Binnen-I aussprechen. Eine Hörprobe finden Sie auf unserer Seite Sprechen.

Was sagt die Wissenschaft zum Gendern?

Es gibt eine ganze Reihe von Studien. Die drei wichtigsten hat Prof. Harald Lesch in seiner ZDF-Sendung „Lesch’s Kosmos“ gut nachvollziehbar erklärt. Die Links dazu haben wir für Sie rausgesucht. Noch mehr Studien und Informationen finden Sie auf unsere Seite Wissen.

Ich suche gute Argumente fürs Gendern.

Auf jeder Seite von Genderleicht.de finden Sie gute Gründe für einen gendersensiblen, geschlechlechtergerechten Sprachgebrauch. Zusammengefasst für den journalistischen Bereich finden Sie brauchbare Argumentationen auf unserem Spickzettel. Auch auf der Seite Gesprächsstoff wird viel diskutiert. Aber Achtung: Da ist viel Pro und Kontra. Und so lesen Sie in den genannten Artikeln auch mal Argumente gegen das Gendern.

Kann ich Umfragen zum Gendern trauen?

Umfragen sind keine wissenschaftlichen Studien. Sie geben nur ein Meinungsbild wieder. Wir, wie einige andere auch, sehen Genderumfragen kritisch, denn oft ist nicht klar, was mit Gendern gemeint ist und welche Fragen gestellt wurden. Sicherlich gibt es viele Menschen, die Gendern schwierig finden. Es gibt aber auch sehr viele, die meinen, es sei an der Zeit, dass wir uns alle sensibler ausdrücken.

Haben Sie Tipps für Videos zum Gendern?

Wir sammeln informative wie auch amüsante Videos im YouTube-Kanal des Journalistinnenbundes. Von Erklär-Filmchen bis zu Diskussionen in Talkrunden ist da vieles dabei. Anschauen lohnt sich.

Ist der Genderstern barrierefrei?

Eigentlich nein. Aber die Überwachungsstelle des Bundes für Barrierefreiheit von Informationstechnik hat in einer Studie die Möglichkeiten des Genderns bei Online-Texten getestet. Zusammengearbeitet haben sie mit Blinden und mit Menschen mit einer Sehbehinderung und auch mit Leuten aus der Queer-Community. Ihr gemeinsames Ergebnis: Der Genderstern ist momentan für alle am besten. Besser übrigens als der Gender-Doppelpunkt. Und bitte: nur sparsam und gezielt verwenden.

Geht Gendern auch in Leichter Sprache?

Für die Leichte Sprache gelten besondere Regeln. Die Diversity-Texterin Lucia Clara Rocktäschel hat eine Anleitung geschrieben. Andrea Halbritter, Übersetzerin für Leichte Sprache, erklärt in Leichter Sprache, was genau Gendern ist.

Welche Medien gendern?

Wenn Sie meinen „Wer nutzt Genderzeichen?“ dann finden Sie immer mal welche in Zeitschriften wie zum Beispiel Brigitte oder Chrismon. Bei Tagesszeitungen ist es traditionell die taz, die alle Formen nutzt; die Frankfurter Rundschau nimmt den Gender-Doppelpunkt. In einigen Radiosendern hören wir manchmal den Glottisschlag für Wörter wie Radiohörer*innen; im Fernsehen sagen es vor allem jüngere Menschen und manchmal auch Moderator*innen. Mehr Infos dazu finden Sie auf unserer Seite Medien.

Haben Sie Gendertipps für verschiedene Mediensparten?

Sie finden viele Infos auf unseren Medienseiten. Wir haben aber auch in vielen Blogartikeln einen genaueren Blick geworfen auf Kindermedien, Radio, Fernsehen, Sportjournalismus und Technikjournalismus.

Können Sie mir erklären, was nicht-binär und divers heißt?

Wir haben auf der Seite Wörterbuch einige nützliche Definitionen bereitgestellt. Das hilft Ihnen hoffentlich weiter.

Ich möchte rechtliche Texte gendern. Können Sie mir helfen?

Gar nicht so einfach, denn manche Begriffe sind feststehend, bei anderen gibt es durchaus gendersensible Gestaltungsmöglichkeiten. Einen ersten Überblick haben wir für Sie bei Tricks und Tipps für juristische Texte zusammengestellt.

Wo finde ich noch mehr übers Gendern?

Wir laden Sie zum Schmökern auf den Seiten von Genderleicht ein. Klicken Sie mal in der Menuleiste auf Aktuelles. Da, in unserem Blog, finden Sie sehr viele Artikel zu besonderen Aspekten, oft mit weiterführenden Links, oder auch Büchertipps und unsere monatlichen Sammlungen von lustigen Gendertweets. Eine weitere Möglichkeit: Abonnieren Sie den monatlichen Newsletter von Genderleicht.

Machen Sie auch Schulungen zum Gendern?

Ja. Impulsvorträge, Diskussionen, Schulungen mit Übungen, Fortbildungen für Redaktionen und vieles mehr. Schreiben Sie uns: projektleitung@genderleicht.de

Christine Olderdissen
Christine Olderdissen

Projektleiterin Genderleicht.de

Als das erste Mal eine Interviewpartnerin mit dem Glottisschlag sprach, war das für sie als Fernsehjournalistin ein Signal: Schluss mit dem generischen Maskulinum. Lieber nach einer sprachlichen Alternative suchen. Eine einfache und elegante Lösung findet sich immer.

Genderleicht.de

Auf Genderleicht.de finden Sie nützliche Tipps & Tools, wie Sie diskriminierungsfrei schreiben und sprechen, sowie Argumente und Fakten für die gendersensible Medienarbeit.

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